Stadtkirche zu Ribnitz
Stadtkirche St. Marien in 18311 Ribnitz-Damgarten
Gründungsjahr: 1230 | Baustil:
Zugehörigkeit: Evangelisch - Lutherische Landeskirche Mecklenburgs
Adresse:
Am Markt
D-18311 Ribnitz-Damgarten
Nordvorpommern in Mecklenburg-Vorpommern
Zitat von der Auslage:
Zur Baugeschichte der Stadtkirche St. Marien zu Ribnitz
Herzlich willkommen im wohl ältesten, noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Die St. Marienkirche wurde um 1230 erbaut und war im Ursprung eine spätromanische turmlose Hallenkirche, ein Backsteinbau mit quadratischem Grundriss. Noch heute ist außen ein Rundbogenfries am Westteil des Langhauses zu erkennen. Auf der Nordseite des Chores waren früher zwei Kapellen angebaut, deren Mauervorsprünge noch zu erkennen sind. Zu beiden Seiten waren im ältesten, dem Westteil der Kirche, Querschiffe angelegt. Bis 1803/04 wurden alle Anbauten des Langschiffes abgetragen.
Zwei große Stadtbrände zerstörten die Kirche immer wieder. Nach dem Stadtbrand von 1455 wurde die Kirche nach Osten hin erweitert und der Chor angebaut. Auch der Spitzturm ist nach 1455 errichtet worden und war ursprünglich sogar 100 m hoch, kupfergedeckt und wurde wohl als Orientierungspunkt zur Navigation von Seefahrern genutzt, da er bis weit auf die Ostsee hinaus zu sehen war. Seine jetzige Dachform mit der vierseitigen geschweiften Kuppel erhielt der Turm 1818/19. Die aufgesetzte Laterne ist von 1841. Bei einer Visitation im Jahre 1560 zählte man in der St. Marienkirche noch 16 vergoldete zierliche Altäre.
Der letzte große Stadtbrand von 1759 ließ von der Kirche nur noch die Grundmauern stehen. Der Turm, das Dach, das Kreuzrippengewölbe und die Steinsäulen stürzten zusammen. Auch das Innere der Kirche wurde völlig zerstört. Der Wiederaufbau der St.-Marienkirche begann 1766. Schon 1769 konnte die Stadtkirche wieder geweiht werden und die Gottesdienste, die man solange in der Klosterkirche feierte, konnten nun wieder hier gehalten werden. Das Kirchenschiff wurde mit einem gebrochenen Mansardendach gedeckt und die Innendecke schloss mit einem verputzten Holztonnengewölbe ab, welches durch ausgemauerte Holzstützen (Fachwerkbauweise) getragen wurde. In den Seitenschiffen wurde eine flache Lehmdecke eingezogen.
Der spätbarocke Altar, ursprünglich ein Kanzelaltar, ist von 1771. Aber schon 1776 wurde die Kanzel an die mittlere Säule auf der Nordseite des Kirchenschiffes verlegt, „um die Stimme des Predigers zu schonen", wie es in der Antragsbegründung zur Versetzung an den Herzog hieß. An die Stelle der Kanzel kam nun das Gemälde von J. H. Suhrland (Hofmaler in Ludwigslust), welches die Grablegung Christi darstellt. Der Herzog Friedrich von Mecklenburg schenkte der Kirche dieses Gemälde im Jahre 1782.
Bis 1955 befand sich auf der Südseite eine Empore, wovon noch die Einkerbungen an den Holzstützen zeugen. Ein auf der Südseite abgestellter Regulierfüllofen von 1906 weist auf frühere Versuche hin, die Kirche beheizen zu können. Der letzten Instandsetzung des Innenraumes 1955/56 musste dann nach 1960 eine Dachneueindeckung folgen. Diese und eine weitere Eindeckung
hielten den Stürmen nicht Stand. Darum zog die Gemeinde vorübergehend in die Klosterkirche. Die St. Marienkirche fiel dann in den Jahren 1967-80 auch immer mehr mutwilliger Zerstörung zum Opfer. Der Schweriner Hoforgelbaumeister Friese hatte 1873 auf einer Empore im Westteil eine Orgel errichtet, die ihrer erreichbaren Orgelpfeifen beraubt wurde. Auf Grund dieser massiven Zerstörungen (Taufstein, Gedenktafeln, Gemälde, etc.) wurde überlegt, die Kirche als solche aufzugeben. Doch dann konnte glücklicherweise im Sonderbauprogramm der evangelischen Kirchen des Bundes der DDR mit Spenden aus den westdeutschen Schwesterk%chen die Außenhaut saniert werden. ff
In diesem Zuge wurden dann auch 1983 die Holzstützen freigelegt, die flache Holzbalkendecke eingezogen und was für die Gemeinde besonders erfreulich war, die Mittel reichten auch für den Einbau einer beheizbaren Winterkirche, mit Nebenräumen im Westteil des Kirchenschiffes. Am 15.09.1985 konnte die Gemeinde in die Winterkirche einziehen. Die sogenannte Sommerkirche erhielt durch die freigelegten Holzstützen, das neue elektrisch beheizbare Gestühl und die aufgestellten Grabplatten ein sehr eigenes Gepräge.
Nach all den Baujahren - fast alles wurde durch die eigene Gemeinde geschaffen - wurde hier am 12.05.1991 der erste Gottesdienst gefeiert. Im Turm befinden sich Räume, die seit 1990 für die Gemeindearbeit genutzt werden. Die „Jehmlich"- Orgel (mit 39 Registern, 2.599 Pfeifen, drei Manualen und Pedal) erklang zum ersten Mal am 30. Oktober 1994. Das Ende der Bautätigkeiten war aber nicht erreicht, denn das erst 13 Jahre alte Dach war so schlecht verarbeitet, dass die gesamte Dachfläche 1996 erneut gedeckt werden musste. Seit Christi Himmelfahrt, 21. Mai 1998, ist auch der Turm wieder zu besteigen. Er gewährt in ca. 45 m Höhe einen schönen Blick in die Umgebung, bis auf die Ostsee hinaus, allerdings sind zuvor 214 Stufen zu überwinden.
In der Glockenstube des Turmes hingen bis zum I. Weltkrieg drei Glocken aus Bronze. Am 20. Juni 1917 mussten aus Kriegsgründen zwei Glocken abgeliefert werden. Erst 1927 wurden wieder zwei Glocken von der Lübecker Firma Ohlsson angeschafft. Aber schon 1942 mussten erneut zwei Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden. 1946 stiftete der Goldschmied Walter Kramer die sogenannte Fischlandglocke. Im Jahre 2006 wurde das Geläute durch zwei Glocken wieder komplettiert. Die Friedens- und Stadtglocke trägt den Spruch „O REX GLORIE CHRISTE VENI CUM PACE" (O König der Herrlichkeit, Christus, komme mit Frieden) und auf der Gebetsglocke steht „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Die neuen Glocken erklangen erstmals zum Erntedankfest 2006.
Im Juni 2007 wurde die umfangreiche gärtnerische Neugestaltung des Kirchenumfeldes abgeschlossen.
Bearbeitungsstand: Januar 2008
Zur Baugeschichte der Stadtkirche St. Marien zu Ribnitz
Herzlich willkommen im wohl ältesten, noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Die St. Marienkirche wurde um 1230 erbaut und war im Ursprung eine spätromanische turmlose Hallenkirche, ein Backsteinbau mit quadratischem Grundriss. Noch heute ist außen ein Rundbogenfries am Westteil des Langhauses zu erkennen. Auf der Nordseite des Chores waren früher zwei Kapellen angebaut, deren Mauervorsprünge noch zu erkennen sind. Zu beiden Seiten waren im ältesten, dem Westteil der Kirche, Querschiffe angelegt. Bis 1803/04 wurden alle Anbauten des Langschiffes abgetragen.
Zwei große Stadtbrände zerstörten die Kirche immer wieder. Nach dem Stadtbrand von 1455 wurde die Kirche nach Osten hin erweitert und der Chor angebaut. Auch der Spitzturm ist nach 1455 errichtet worden und war ursprünglich sogar 100 m hoch, kupfergedeckt und wurde wohl als Orientierungspunkt zur Navigation von Seefahrern genutzt, da er bis weit auf die Ostsee hinaus zu sehen war. Seine jetzige Dachform mit der vierseitigen geschweiften Kuppel erhielt der Turm 1818/19. Die aufgesetzte Laterne ist von 1841. Bei einer Visitation im Jahre 1560 zählte man in der St. Marienkirche noch 16 vergoldete zierliche Altäre.
Der letzte große Stadtbrand von 1759 ließ von der Kirche nur noch die Grundmauern stehen. Der Turm, das Dach, das Kreuzrippengewölbe und die Steinsäulen stürzten zusammen. Auch das Innere der Kirche wurde völlig zerstört. Der Wiederaufbau der St.-Marienkirche begann 1766. Schon 1769 konnte die Stadtkirche wieder geweiht werden und die Gottesdienste, die man solange in der Klosterkirche feierte, konnten nun wieder hier gehalten werden. Das Kirchenschiff wurde mit einem gebrochenen Mansardendach gedeckt und die Innendecke schloss mit einem verputzten Holztonnengewölbe ab, welches durch ausgemauerte Holzstützen (Fachwerkbauweise) getragen wurde. In den Seitenschiffen wurde eine flache Lehmdecke eingezogen.
Der spätbarocke Altar, ursprünglich ein Kanzelaltar, ist von 1771. Aber schon 1776 wurde die Kanzel an die mittlere Säule auf der Nordseite des Kirchenschiffes verlegt, „um die Stimme des Predigers zu schonen", wie es in der Antragsbegründung zur Versetzung an den Herzog hieß. An die Stelle der Kanzel kam nun das Gemälde von J. H. Suhrland (Hofmaler in Ludwigslust), welches die Grablegung Christi darstellt. Der Herzog Friedrich von Mecklenburg schenkte der Kirche dieses Gemälde im Jahre 1782.
Bis 1955 befand sich auf der Südseite eine Empore, wovon noch die Einkerbungen an den Holzstützen zeugen. Ein auf der Südseite abgestellter Regulierfüllofen von 1906 weist auf frühere Versuche hin, die Kirche beheizen zu können. Der letzten Instandsetzung des Innenraumes 1955/56 musste dann nach 1960 eine Dachneueindeckung folgen. Diese und eine weitere Eindeckung
hielten den Stürmen nicht Stand. Darum zog die Gemeinde vorübergehend in die Klosterkirche. Die St. Marienkirche fiel dann in den Jahren 1967-80 auch immer mehr mutwilliger Zerstörung zum Opfer. Der Schweriner Hoforgelbaumeister Friese hatte 1873 auf einer Empore im Westteil eine Orgel errichtet, die ihrer erreichbaren Orgelpfeifen beraubt wurde. Auf Grund dieser massiven Zerstörungen (Taufstein, Gedenktafeln, Gemälde, etc.) wurde überlegt, die Kirche als solche aufzugeben. Doch dann konnte glücklicherweise im Sonderbauprogramm der evangelischen Kirchen des Bundes der DDR mit Spenden aus den westdeutschen Schwesterk%chen die Außenhaut saniert werden. ff
In diesem Zuge wurden dann auch 1983 die Holzstützen freigelegt, die flache Holzbalkendecke eingezogen und was für die Gemeinde besonders erfreulich war, die Mittel reichten auch für den Einbau einer beheizbaren Winterkirche, mit Nebenräumen im Westteil des Kirchenschiffes. Am 15.09.1985 konnte die Gemeinde in die Winterkirche einziehen. Die sogenannte Sommerkirche erhielt durch die freigelegten Holzstützen, das neue elektrisch beheizbare Gestühl und die aufgestellten Grabplatten ein sehr eigenes Gepräge.
Nach all den Baujahren - fast alles wurde durch die eigene Gemeinde geschaffen - wurde hier am 12.05.1991 der erste Gottesdienst gefeiert. Im Turm befinden sich Räume, die seit 1990 für die Gemeindearbeit genutzt werden. Die „Jehmlich"- Orgel (mit 39 Registern, 2.599 Pfeifen, drei Manualen und Pedal) erklang zum ersten Mal am 30. Oktober 1994. Das Ende der Bautätigkeiten war aber nicht erreicht, denn das erst 13 Jahre alte Dach war so schlecht verarbeitet, dass die gesamte Dachfläche 1996 erneut gedeckt werden musste. Seit Christi Himmelfahrt, 21. Mai 1998, ist auch der Turm wieder zu besteigen. Er gewährt in ca. 45 m Höhe einen schönen Blick in die Umgebung, bis auf die Ostsee hinaus, allerdings sind zuvor 214 Stufen zu überwinden.
In der Glockenstube des Turmes hingen bis zum I. Weltkrieg drei Glocken aus Bronze. Am 20. Juni 1917 mussten aus Kriegsgründen zwei Glocken abgeliefert werden. Erst 1927 wurden wieder zwei Glocken von der Lübecker Firma Ohlsson angeschafft. Aber schon 1942 mussten erneut zwei Glocken für Kriegszwecke abgegeben werden. 1946 stiftete der Goldschmied Walter Kramer die sogenannte Fischlandglocke. Im Jahre 2006 wurde das Geläute durch zwei Glocken wieder komplettiert. Die Friedens- und Stadtglocke trägt den Spruch „O REX GLORIE CHRISTE VENI CUM PACE" (O König der Herrlichkeit, Christus, komme mit Frieden) und auf der Gebetsglocke steht „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Die neuen Glocken erklangen erstmals zum Erntedankfest 2006.
Im Juni 2007 wurde die umfangreiche gärtnerische Neugestaltung des Kirchenumfeldes abgeschlossen.
Bearbeitungsstand: Januar 2008
Ansprechpartner: Pastor Christoph Strube
Telefon: +49 3821 811351
Öffnungszeiten:
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Sommer: Montag bis Freitag 09:00 - 17:00 Uhr
Winter: Dienstag bis Freitag 09:00 - 16:00 Uhr
Samstag und Sonntag nach Absprache
Sommer: Montag bis Freitag 09:00 - 17:00 Uhr
Winter: Dienstag bis Freitag 09:00 - 16:00 Uhr
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Quellen / Weiterführende Links:
Bildquelle: Michael Tank
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Created 21.12.2010

