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St. Sabinen zu Prenzlau

St. Sabinen Kirche in 17291 Prenzlau

Gründungsjahr: ca: 1170     |     Baustil: Romanik
Zugehörigkeit:   Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Adresse:
Neustadt 41
D-17291 Prenzlau
Uckermark in Brandenburg

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St. Sabinen zu Prenzlau
Aus der Geschichte unserer Kirche

Der Ursprung unserer Kirche ist durch keine schriftlichen Urkunden, festgehalten. Der Hinweis des Heimatforschers Dr. Schwartz, am Uckersee habe ein herzoglicher Hof gelegen, der auch eine Kirche hatte, ist bisher nicht bewiesen. Fest steht aber: Die Kirche war das älteste Bauwerk hier am See. Diese Kirche war dem St, Sabinus geweiht, der ais Bischof (nach anderen Berichten als Bischof und Märtyrer) in Italien lebte und bei Überschwemmungen um Hilfe angerufen wurde. Die unsichere Lage am Uckersee mit häufigen Überschwemmungen mag für die Wahl des Namens den Ausschlag gegeben haben, vielleicht auch eine persönliche Vorliebe des Gründers für diesen Heiligen. Eine Benennung nach der heiligen Sabine ist deshalb unwahrscheinlich. Der Name St. Sabinen für eine Kirche ist einmalig im gesamten deutschsprachigen Raum. Man kann den Kirchenbau etwa um 1170 ansetzen. Etwa um 1235 bis 1240 wurde dann das Kloster gegründet, dem die bereits bestehende Kirche als Klosterkirche zugewiesen wurde. Das Kloster wurde durch den Orden der Reuerinnen besetzt und war zur Aufnahme von sittlich gefährdeten Frauen und Mädchen bestimmt.

Die Klostergebäude standen südlich der Kirche am Uckersee. 1272 schlössen sich die Klosterfrauen dem Orden der Zisterzienser an, aus dem „Haus der Buße" wurde ein Damenstift. Der Eintritt war sehr begehrt. Das Kloster hatte Besitzrechte in mehreren Orten der Uckermark. Die Schutzheilige war Maria Magdalena, deren Jahrestag am 22. Juli festlich unter Anteilnahme der Stadt Prenzlau begangen wurde. Maria Magdalena ist eine Gestalt aus der Bibel, sie wird als Prototyp einer Büßerin verehrt. Das Kloster bekam die Verwaltung über alle Kirchen der Stadt, musste dafür von den Einnahmen die Pfarrer anstellen und besolden. Letzte Domina war Anna von Winterfeld. 1543 wurden dem Kloster viele Rechte genommen und 1559-wurde es endgültig aufgelöst. 158-8 wurde die letzte Nonne zu Grabe getragen. Die Klosterkirche wurde zur evangelischen Pfarrkirche der Unterstadt, die Klostergebäude wurden städtischer bzw. landesherrlicher Besitz. 1799 musste die Kirche geschlossen werden, da der Westgiebel bei einer Überschwemmung unterspült wurde. Die Gemeinde war Gast in der Heilig-Geist-Kirche und sollte sich eigentlich der Gemeinde von St. Marien anschließen. Das lehnte die Gemeinde einmütig ab, der Neubau wurde trotz schlechter Wirtschaftslage (Folgen der Franzosenzeit) 1816-1817 gewagt, wobei die Gemeinde große Opfer brachte. Bis auf den Ostgiebel entstand die Kirche neu und ist in dieser Gestalt in etwa bis auf unsere Tage gekommen. 1945 wurden die Orgel und ein großer Teil der Fenster zerstört, das Pfarrhaus brannte aus. 1955 wurden die Emporen, die bis zum Altar reichten, teilweise entfernt.
1973-1977 erfolgte eine erneute Renovierung, gleichzeitig wurde der Altar restauriert. Die Restaurierung des Taufständers erfolgte 1977. Aus dem alten Klosterschatz ist 1871 ein wertvolles Vortragekreuz ins Märkische Museum (Berlin) gekommen.

Die Kirche
Die Kirche ist ein rechteckiger Saalbau. Der Fachwerkturm endet in einer geschweiften Haube. Die Kirche ruht auf alten Eichenrosten, die noch aus der ersten Erbauungszeit stammen und in den Moorboden eingerammt sind. Der Ostgiebel ist ein Rest der alten Klosterkirche. Teile der Glasfenster von 1817 sind erhalten.

Der Altar
Der Renaissance-Altar wurde am 26. August 1597 geweiht. Er ist das Werk einer Prenzlauer Bildschnitzerschule und ist von überdurchschnittlich guter Qualität. Deshalb wurde er auch in die Bezirksdenkmalliste der ehemaligen DDR aufgenommen.
Im Obergeschoss zeigt er die Auferstehung, im Kanzelkorb die Evangelisten, in der Predella die Kreuzigung. Der Altar wurde 1817 zum Kanzelaltar umgebaut, indem man die Kreuzigungsgruppe nach unten nahm und die dort befindliche Abendmahlsgruppe entfernte. Reste dieser Gruppe sind in den beiden Nischen links und rechts von der Kanzel untergebracht. Der Altar wurde 1873 unsachgemäß mit dunklen Farben übermalt. Für die Restaurierung wurden fast 4000 Blatt Blattgold und 4000 Blatt Blattsilber verbraucht, die farbliche Gestaltung wurde dem Original angeglichen. Dafür waren langwierige Freilegungsarbeiten erforderlich. Die fehlenden 4 Figuren in den Nischen und die beiden abgebrochenen Schächerkreuze konnten leider nicht wieder ersetzt werden. Der gleiche Altar in ursprünglicher Form (ohne Kanzel) befindet sich in der Dorfkirche in Nieden.

Der Taufständer
Hier haben wir ein Werk des Barocks vor uns. Er wurde 1727 hergestellt. Er zeigt deutlich die typischen Merkmale der formenreichen Barockzeit. Das Material ist Holz. Der Taufständer wurdel 976-1977 originalgetreu restauriert. Er kam aus der Margarethen-Kapelle der Marien Kirche nach 1945 zu uns.

Kruzifix
Dieses Kruzifix stammt aus der Spätgotik, etwa aus der Zeit um 1530. Das Corpus ist eine ausdrucksvolle Schnitzarbeit eines sonst unbekannten Meisters, die sich erst dem betenden Betrachter erschließt. Es kam aus der zerstörten Marien Kirche zu uns. Das Kreuz wurde 1977 angefertigt, das Corpus restauriert. Dabei wurde festgestellt, dass die beiden Arme eine spätere Arbeit sind. Alle 3 Stücke wurden von Herrn Dräger aus Schwennenz, restauriert.

Die Pastorenbilder (vom Altar zur Orgel)
1. Pfr. Süring
Er schrieb die erste Chronik von Prenzlau und war Pfarrer von 1655-1673.
Geboren wurde er 1616, er starb 1673.

2. Pfr. Langenacht
Pfarrer von 1607-1630. Er verlor 2 Töchter durch ein einstürzendes Friedhofstor hinter der Kirche.

3. Pfr. Kanzow
Pfarrer von 1850-1879. Er hat viel geschichtliches Material hinterlassen.

4. Pfr. Schmidt
Pfarrer von 1720-1740. Dieses Gemälde könnte vom Vater des bekannten Malers Philipp Hackert gemalt worden sein, der vor allem durch seine Freundschaft mit Goethe bekannt wurde. Philipp Hackert wurde in Prenzlau geboren und in der reformierten Kirche in Prenzlau getauft.

Tafeln der Kriegsopfer
Die Tafeln enthalten die Namen aller Kriegsopfer der Kirchengemeinde St. Sabinen von 1813-1918.
Hervorzuheben sind die Opfer der blutigen Schlacht von Vionville am 15. August 1870. Die älteren Tafeln sollen auf Schinkelentwürfe zurückgehen.

Turm (Turmuhr und Glocken)
Der Turm enthält eine alte Uhr mit Schlagwerk. Im Turm sind 3 Glocken vorhanden, von denen die mittlere Glocke noch aus dem alten Klostergeläut von 1483 stammt. Sie ist die einzige Glocke aus dem Mittelalter in Prenzlau. Die kleine Glocke wurde der Gemeinde Potzlow-Strehlow abgekauft. Sie enthält ein schönes Medaillon des St. Georg. Die größte Glocke wurde 1966 in Apolda gegossen, nachdem im 1. und 2. Weltkrieg je 2 Glocken abgegeben werden mussten. 1972 wurde ein elektrisches Läutewerk eingebaut.

Die Orgel
Die Orgel ist ein Werk der Orgelbaufirma Schuke und wurde an Stelle der 1945 völlig zerstörten Orgel aufgestellt. 1955 brachte die Gemeinde dafür große Opfer. Die Orgel wurde mit einem feierlichen Gottesdienst durch den damaligen Bischof eingeweiht.
Führungen können jederzeit bei der Küsterin Frau Becker, Neustadt 41 (im Kirchengelände) erbeten werden. Spenden zur Erhaltung unserer Kirche werden gerne entgegengenommen.

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde St. Sabinen

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Ansprechpartner: Pfarramt Prenzlau
Telefon:                    +49 3984 851920

Öffnungszeiten:





Quellen / Weiterführende Links:
Bildquelle: Michael Tank


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