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St.-Georgs- Kapelle

St.-Georgs- Kapelle in 16225 Eberswalde

Gründungsjahr: ca: 13 Jh.     |     Baustil: gotisch, gewölbter Backsteinbau
Zugehörigkeit:   

Adresse:
Breite Straße
D-16225 Eberswalde
Barnim in Brandenburg

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Die St.-Georgs- Kapelle ist eines der ältesten Baudenkmäler Eberswaldes. Sie ist ein Beispiel norddeutscher Backsteingotik. Ihre Entstehung wird zeitgleich mit der Entstehung des Zisterzienser Kloster Chorin vermutet. Gewidmet war die St.-Georg-Kapelle dem heiligen Georg (dem Drachentöter). Es soll in 34 Städten der Mark Brandenburg, wie im ganzen westlichen Europa, Kapellen des St. Georg gegeben haben. Dazugehörig waren jeweils Hospitäler, denn den aus Palästina zurückkehrenden Kreuzfahrern wurde der Zutritt zur Stadt verweigert, da sie meist von Seuchen befallen waren. Die Sage erzählt weiterhin von einem unterirdischen Gang zum 7km weit entfernten Kloster Chorin.

Die St.- Georg- Kapelle findet erst 100 Jahre nach dem vermeintlichen Entstehen aktenkundige Erwähnung. Am 24. Mai 1359 erlaubte Markgraf Ludwig der Römer der Bürgerschaft von Neustadt Eberswalde \"drei Stück Acker\" zu kaufen. Von den erzielten Einkünften, solle \"eine Stiftung für den Altar des Heiligen Georg\" errichtet werden. Markgraf Ludwig war auch den Bürgern behilflich St. Georg mit weiterem Besitz auszustatten.
Bereits 1370 war St. Georg in der Lage, sieben Schock Geld für den Bau eines Kirchturms von St.- Maria- Magdalenen zu stiften.
Mit Einführung der Reformation in Ebw. im Jahre 1542 wurden an St.-Maria-Magdalenen die katholischen Geistlichen durch evangelische Kirchendiener ersetzt. Auch die Verwaltung von St. Georg wurde somit neu geordnet. Man legte fest, \"die Kranken und auch sonst die armen Gebrechlichen von der Gasse in das Hospital zu nehmen\". Zu Beginn des 30-jährigen Krieges wurde die Kapelle nicht mehr für gottesdienstliche Zwecke genutzt. St. -Maria- Magdalenen übernahm 1618 das Kircheninventar, bewahrte die die heiligen Geräte auf und auch die Hospitalgegenstände.
1767 erwog man die Kapelle abzureissen, jedoch waren die Abrisskosten zu hoch.
1779 vermietete die Stadt die St.- Georgs - Kapelle als Pulverschuppen für die Garnison.
1834 wurde die Kapelle \"teilweise repariert, was sie eigentlich verdient hat, da sie vielleicht das älteste und die Mutter des Christentums in Neustadt ist\".
1899 fielen die kunstvollen Mittelfenster der Kapelle der Zerstörung ducrh einen Schuljungen zum Opfer.
1926 wiesen Superintendent Gelshorn und der Gemeindekirchenrat von St.- Maria- Magdalenen auf den unwürdigen Zustand des kunstgeschichtlich bedeutsamen Bauwerkes, mit einem Schreiben an den Magistrat der Stadt, hin. Nach jahrelangen Verhandlungen über die Kostenübernahme, sowie zur Bauausführung wurden in den Jahren 1930-1933 verschiedene Sarnierungsarbeiten ausgeführt. U. a. an Dach und Dachstuhl, am Sockel mit Klosterformatsteinen, am Traupflaster, an der Verglasung der Fenster und an den Außenanlagen.
Aus Geldmangel wurde innen Putz aufgetragen, anstatt die Reste mittelalterlicher Malerei zu erhalten, der Fußboden erhielt ein Ziegelpflaster und das Südportal wurde ienfach zugemauert.
Den Zerstörungen von 1945 konnte St. Georg erstaunlicherweise widerstehen. Die unversehrt gebliebenen Dachziegel wurden für die Eindeckung der bauhistorisch wertvollen St.- Maria- Magdalenen- Kirche verwendet.
1950 wurde die Stadt Eberswalde beauftragt für die erneute Sarnierung zu sorgen und 1954 das \"heimatlose\" Museum in der St.- Georg- Kapelle unter zu bringen.
Im April 1971 beschloß die Stadtverordnetenversammlung erneut eine bauliche Überholung und Ausstattung der Kapelle, um sie als kleine Konzertstätte einzurichten.
1978 wurde das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt.
Literatur/Quellenangabe:
(verfasst von DA | gelesen in Eberswalder Jahrbuch 1996/97 S. 199 u.f. von Barbara Ebert | Auszüge aus: Rudolf Schmidt: Geschichte der Stadt Eberswalde, Bd. 1 und 2 Eberswalde 1939 und 1941 | Rudolf Schmidt: Eberswalder Baudenkmäler, S.45 ff, eberswalde, 1911 | 700 Jahre Eberswalde - die grüne Hochschulstadt der Mark Eberswalde 1954, S. 78-79 | Kreisarchiv Eberswalde: Historische Akten und Briefe | Neuer Tag vom 22. 04. 1971)

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Bildquelle: Michael Tank


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