Schlosskirche Putbus
Christus-Kirche (Schlosskirche) Putbus in 18581 Putbus
Gründungsjahr: 19. Jh. | Baustil: Historismus
Zugehörigkeit: Pommersche Evangelische Kirche
Adresse:
D-18581 Putbus
Rügen in Mecklenburg-Vorpommern
Zitat Fleyer:
1844 beschloß Malte Fürst zu Putbus, im Park gegenüber dem Schloß den Bau eines Kursaales. Oberbaurat Stüler und Architekt Steinmeyer entwarfen den Riß dazu. In den Jahren 1844 bis 1846 wurde dieser Kursaal mit zweistöckigem Mittelbau und zwei einstöckigen Seitenflügeln erbaut. Er war von der Schloß-seite her zugänglich und stand mit dem Rücken zum Tierpark hin. Den Mittelbau schmückten nach vorn Arkaden. Diese von Pfeilern gestützten offenen Bögen trugen eine nach innen offene Galerie. Eine solche befand sich auch auf der Rückseite des Gebäudes.
Im südlichen einstöckigen und unterkellerten Flügel befanden sich Spielsäle, Wirtschaftsräume und Wohnungen für fürstliche Bedienstete. Im ursprünglich ebenso gestalteten Nordflügel lag ein parkettierter Tanzsaal, der auch als Konditorei genutzt worden sein soll. Auf dem mit einer Balustrade umgebenen Dach standen sechs aus Italien bezogene Statuen.
Ein Brand im Schloß am Tag vor Heiligabend 1865 vernichtete die Kapelle, die auch für Putbusser Bürger zugänglich war. Ursprünglich beabsichtigte Wilhelm Fürst zu Putbus als Ersatz für die Schloßkapelle das Schauspielhaus zur Kirche umbauen zu lassen. Die Gemeinde je doch bat ihn, davon Abstand zu nehmen, weil der Besuch des Theaters im Sommer sehr viele Fremde hierher führen würde. So wurde in der Zeit von 1890 bis 1892 der Kursaal zur Kirche umgebaut.
Beim Umbau zur kirche wurden die oberen Galerien entfernt und die Fenster nach innen verlegt. Im Erdgeschoß dagegen setzte man die Türen und Fenster vor die Halle, so daß ein dreischiffiger Raum entstand. Im Anbau nach Süden wurden Wohnungen eingerichtet, ein Saal zur Sakristei umgestaltet. Die Sakristei wird heute als Winterkirche und Gemeindesaal genutzt und trägt den Namen „Michaelskapelle". Der Anbau nach Norden wurde abgerissen und an seiner Stelle der Turm in der Form eines italienischen Campanile errichtet.
Im Inneren der Kirche errichtete man über dem Altar auf geschliffenen Granitsäulen einen Aufbau, das Tympanon. Das Altarbild konnte beim Schloßbrand von 1865 gerettet werden. Es stellt in Öl auf Leinwand Jesus Kreuzabnahme dar. Geschaffen wurde es vom Mailänder Meister Daniel Crespi (1590 - 1630).
Die kanzel baute der Kunsttischler Wagner aus Putbus nach dem Vorbild der Kanzel aus der Kirche Santa Croce in Florenz. Die Taube im Deckel ist eine Holzeinlegearbeit, an der Tür befindet sich ein Schnitzwerk „Jesus, das Lamm Gottes", vorn ist das Wappen der Putbusser Fürsten angebracht. Das Gestühl wurde 1892 eingerichtet. Auf der Orgelempore befindet sich die 1892 von B. Grüneberg, Stettin, gebaute Orgel. Sie besitzt 2 Manuale, 13 klingende Stimmen, eine mechanische Kegellade.
Aus dem Brand der Schloßkapelle konnten die Altarleuchter (Ende 18. Jh.) und zwei Holzplastiken (15. Jh.) gerettet werden. Die Plastik „Johannes der Täufer" ist heute Trägerfigur für die Taufschale aus dem 17. Jh. und „St. Rochus", einer der sogenannten 14 Nothelfer, Trägerfigur für die Osterkerze.
Am 6. November 1892, zum Reformationstag, wurde die Kirche geweiht. Sie erhielt den Namen „Schloßkirche". Aus Spenden von Gemeindegliedern wurden 1893 drei in Bochum gegossene Stahlglocken besorgt. Sie tragen die Inschriften: „Ehre sei Gott in der Höhe", „Und Friede auf Erden", „Und den Menschen ein Wohlgefallen".
Ein Sturmschaden im Februar 1993 und erhebliche Schwamm- und Fäulnisschäden machten eine baupolizeiliche Sperrung nötig. Ende 1993 begannen umfassende Sanierungsarbeiten. Das Hauptschiff erhielt einen neuen Dachstuhl, eine die schwierige Akustik verbessernde Decke wurde eingebaut, der Glockenturm mit neuen Balken versehen, das Pastorat im südlichen Anbau saniert.
Die Gemeinde nahm die Michaelskapelle (ehemalige Sakristei) im Dezember 1995 als Winterkirche und Gemeindesaal wieder in Besitz.
Nach mehrjähriger Bauunterbrechung konnten in den Jahren 2000/01 die Sanierungsarbeiten fortgesetzt werden. An Obergaden und Turm wurden die Fassaden saniert und mit einem die Farbgebung von 1892/93 wiederholenden Anstrich versehen, die schwammbefallenen Seitenschiffdächer und Dachstühle erneuert und mit Zinkblech eingedeckt, eine neue Balustrade errichtet. Die Kirche erhielt nach altem Vorbild ein neues Turmkreuz.
Von dem ursprünglich auf 3,1 Mio. EUR geschätztem Sanierungsaufwand ist Ende 2007 noch ein Aufwand von ca. 170.000 EUR offen. Im südlichen Anbau sollen Räume für einen Evangelischen Kindergarten eingebaut werden, die Fassade der Kirche ist weiter zu sanieren und mit einem Anstrich zu versehen. Das Umfeld der Kirche soll befestigt werden.
Die Kirchengemeinde weiß, daß es ihr nicht aus eigener Kraft gelingen kann, ihren Versammlungsort und dieses hervorragende kulturgeschichtliche Zeugnis der Residenzstadt Putbus zu erhalten. Sie ist für Hilfe sehr dankbar.
1844 beschloß Malte Fürst zu Putbus, im Park gegenüber dem Schloß den Bau eines Kursaales. Oberbaurat Stüler und Architekt Steinmeyer entwarfen den Riß dazu. In den Jahren 1844 bis 1846 wurde dieser Kursaal mit zweistöckigem Mittelbau und zwei einstöckigen Seitenflügeln erbaut. Er war von der Schloß-seite her zugänglich und stand mit dem Rücken zum Tierpark hin. Den Mittelbau schmückten nach vorn Arkaden. Diese von Pfeilern gestützten offenen Bögen trugen eine nach innen offene Galerie. Eine solche befand sich auch auf der Rückseite des Gebäudes.
Im südlichen einstöckigen und unterkellerten Flügel befanden sich Spielsäle, Wirtschaftsräume und Wohnungen für fürstliche Bedienstete. Im ursprünglich ebenso gestalteten Nordflügel lag ein parkettierter Tanzsaal, der auch als Konditorei genutzt worden sein soll. Auf dem mit einer Balustrade umgebenen Dach standen sechs aus Italien bezogene Statuen.
Ein Brand im Schloß am Tag vor Heiligabend 1865 vernichtete die Kapelle, die auch für Putbusser Bürger zugänglich war. Ursprünglich beabsichtigte Wilhelm Fürst zu Putbus als Ersatz für die Schloßkapelle das Schauspielhaus zur Kirche umbauen zu lassen. Die Gemeinde je doch bat ihn, davon Abstand zu nehmen, weil der Besuch des Theaters im Sommer sehr viele Fremde hierher führen würde. So wurde in der Zeit von 1890 bis 1892 der Kursaal zur Kirche umgebaut.
Beim Umbau zur kirche wurden die oberen Galerien entfernt und die Fenster nach innen verlegt. Im Erdgeschoß dagegen setzte man die Türen und Fenster vor die Halle, so daß ein dreischiffiger Raum entstand. Im Anbau nach Süden wurden Wohnungen eingerichtet, ein Saal zur Sakristei umgestaltet. Die Sakristei wird heute als Winterkirche und Gemeindesaal genutzt und trägt den Namen „Michaelskapelle". Der Anbau nach Norden wurde abgerissen und an seiner Stelle der Turm in der Form eines italienischen Campanile errichtet.
Im Inneren der Kirche errichtete man über dem Altar auf geschliffenen Granitsäulen einen Aufbau, das Tympanon. Das Altarbild konnte beim Schloßbrand von 1865 gerettet werden. Es stellt in Öl auf Leinwand Jesus Kreuzabnahme dar. Geschaffen wurde es vom Mailänder Meister Daniel Crespi (1590 - 1630).
Die kanzel baute der Kunsttischler Wagner aus Putbus nach dem Vorbild der Kanzel aus der Kirche Santa Croce in Florenz. Die Taube im Deckel ist eine Holzeinlegearbeit, an der Tür befindet sich ein Schnitzwerk „Jesus, das Lamm Gottes", vorn ist das Wappen der Putbusser Fürsten angebracht. Das Gestühl wurde 1892 eingerichtet. Auf der Orgelempore befindet sich die 1892 von B. Grüneberg, Stettin, gebaute Orgel. Sie besitzt 2 Manuale, 13 klingende Stimmen, eine mechanische Kegellade.
Aus dem Brand der Schloßkapelle konnten die Altarleuchter (Ende 18. Jh.) und zwei Holzplastiken (15. Jh.) gerettet werden. Die Plastik „Johannes der Täufer" ist heute Trägerfigur für die Taufschale aus dem 17. Jh. und „St. Rochus", einer der sogenannten 14 Nothelfer, Trägerfigur für die Osterkerze.
Am 6. November 1892, zum Reformationstag, wurde die Kirche geweiht. Sie erhielt den Namen „Schloßkirche". Aus Spenden von Gemeindegliedern wurden 1893 drei in Bochum gegossene Stahlglocken besorgt. Sie tragen die Inschriften: „Ehre sei Gott in der Höhe", „Und Friede auf Erden", „Und den Menschen ein Wohlgefallen".
Ein Sturmschaden im Februar 1993 und erhebliche Schwamm- und Fäulnisschäden machten eine baupolizeiliche Sperrung nötig. Ende 1993 begannen umfassende Sanierungsarbeiten. Das Hauptschiff erhielt einen neuen Dachstuhl, eine die schwierige Akustik verbessernde Decke wurde eingebaut, der Glockenturm mit neuen Balken versehen, das Pastorat im südlichen Anbau saniert.
Die Gemeinde nahm die Michaelskapelle (ehemalige Sakristei) im Dezember 1995 als Winterkirche und Gemeindesaal wieder in Besitz.
Nach mehrjähriger Bauunterbrechung konnten in den Jahren 2000/01 die Sanierungsarbeiten fortgesetzt werden. An Obergaden und Turm wurden die Fassaden saniert und mit einem die Farbgebung von 1892/93 wiederholenden Anstrich versehen, die schwammbefallenen Seitenschiffdächer und Dachstühle erneuert und mit Zinkblech eingedeckt, eine neue Balustrade errichtet. Die Kirche erhielt nach altem Vorbild ein neues Turmkreuz.
Von dem ursprünglich auf 3,1 Mio. EUR geschätztem Sanierungsaufwand ist Ende 2007 noch ein Aufwand von ca. 170.000 EUR offen. Im südlichen Anbau sollen Räume für einen Evangelischen Kindergarten eingebaut werden, die Fassade der Kirche ist weiter zu sanieren und mit einem Anstrich zu versehen. Das Umfeld der Kirche soll befestigt werden.
Die Kirchengemeinde weiß, daß es ihr nicht aus eigener Kraft gelingen kann, ihren Versammlungsort und dieses hervorragende kulturgeschichtliche Zeugnis der Residenzstadt Putbus zu erhalten. Sie ist für Hilfe sehr dankbar.
Ansprechpartner: Pastorin Bettina Keusgen
Telefon: +49 38301 436
Öffnungszeiten:
täglich 9.00 Uhr bis mindestens 16.00 Uhr
Quellen / Weiterführende Links:
Bildquelle: Gerd Wendlandt
Tags:
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Created 21.12.2010
